Das Haus der Mutter Maria

Auf der gegenüberliegenden Seite vom Ephesus Retreat liegt das Haus der Mutter Maria.

Das Haus der Mutter Maria ist die angeblich letzte Wohnstätte und daher vielleicht auch das Sterbehaus von Mutter Maria.

Die Geschichte der Entdeckung des Hauses der Mutter Maria geht auf die blinde Nonne Anna Katharina Emmerick aus Deutschland zurück, die im 18. Jahrhundert lebte.

Katharina soll in vielen Visionen das Leben von Maria in Ephesus zusammen mit dem Apostel Johannes beschrieben haben. Darunter war auch eine detailierte Beschreibung der Lage des Hauses

Der Schriftsteller Clemens Brentano besuchte die Nonne und fasste den Inhalt ihrer Visionen in seinen Aufzeichnungen und später in Büchern zusammen.

Im den Aufzeichnungen von Brentano steht, der Apostel Johannes sei mit Maria nach Ephesos gezogen und habe mit ihr ein Haus bewohnt, von dem aus man auf das Meer sehe. Hier sei Maria auch begraben worden und man soll das Grab eines Tages finden.

Die Bücher gelangten über Umwege nach Smyrna, dem heutigen Izmir.

Suche nach dem Haus

Die Initiative für die Suche nach dem Haus ging von der französischen Adligen und Vinzentinerin Adele Marie de Mandat-Grancey aus. Sie war zu dieser Zeit die Oberin des französischen Marienkrankenhaus in Smyrna.

Ihrem Beichtvater, dem zum Lazariter Orden gehörenden Pater Henri Jung erzählte sie vom Buch Brentanos und der Beschreibung des Hauses.

Der aus dem Elsass stammende Pater brach daraufhin auf Drängen von Adele Marie de Mandat-Grancey mit einer fünfköpfigen Gruppe nach Ephesus auf.

Sie suchten zusammen mit einheimischen Führern auf dem beschriebenen Hügel oberhalb der Ruinen nach dem Haus. Tatsächlich fanden sie Ruinen eines Steinhaus an der Stelle, die schon die Nonne in Deutschland beschrieben hatte.

Adele Marie de Mandat-Grancey kaufte nach Verhandlungen mit der Osmanischen Regierung das Gelände im November 1892 mit dem von ihrer Familie geerbten Vermögen. Sie ließ die Ruinen unter Leitung von Pater Jung wieder herrichten.

Seitdem ist das Haus der Mutter Maria einer der wichtigsten Wallfahrtsorte für Christen in der Türkei.

Meryem ana evi, auch ein wichtiger Ort für Muslime

Maria ist als Mutter der Propheten Īsā ibn Maryam – wie Jesus im Koran genannt wird – die einzig namentlich erwähne Frau im gesamten Buch.

Dadurch hat ihr Wohnort auch für Muslime eine wichtige Bedeutung.

Ein Besuch des Hauses soll besonders armen kranken Menschen helfen. Dem Wasser aus den Brunnen neben dem Haus sagt man außerdem eine gewisse Heilwirkung nach. Die Reiseführer erzählen gerne Regeln, nach denen du das Wasser aus den drei Leitungen trinken sollst. Manche sollen zum Beispiel für Glück, andere für Kinder sorgen.

14. Februar 2019; Arne